30 Jahre Konzertkreis: Jubiläumskonzert mit "La Compagnia Rossini"

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Am Freitag, 17. Oktober 2003, fand in der Kath. Kirche St. Agatha Fislisbach das Jubiläumskonzert zum 30-jährigen Jubiläum des Konzertkreises Fislisbach statt.

Zeitungsartikel aus der Aargauer Zeitung vom 21. Oktober 2003:
 

Konzertkreis feierte mit Opernperlen

Fislisbach "La Compagnia Rossini" begeisterte
Opernmusik auch ohne Kostüme und Bühnenbild vermag die Musikfreunde anzulocken. Dies. bewies "La Compagnia Rossini", die die katholische Kirche in Fislisbach fast zu füllen vermochte.

Autor: Jürg Haller

Das Angebot war verlockend, das die sieben Sängerinnen und drei Sänger versprachen: Musik von Mozart, Rossini, Verdi, dazu Canzoni aus Italien und der Surselva, woher der Elitechor stammt. Da das Programm lauter Ohrwürmer aufwies, war es nicht zu verwundern, dass der Beifall von Nummer zu Nummer anschwoll.
Die dominierende Person des Ensembles war Armin Caduff:. Er betätigte sich als Dirigent, Ansager und vor allem auch als kraftvoller und nie erlahmender Bassist. Ihm steht ein Chor zur Ver-fügung, der sich aus lauter gut bis hervorragend geschulten Stimmen zusammensetzt und das fast 90-minütige Nonstop-Konzert souverän bewältigte.

Grosse Klangfülle
Beeindruckend war die Klangfülle, die der Chor entwickelte; besonders die vier Soprane setzten auch in den höchsten Lagen musikalische Glanzlichter. Hinzu kamen eine erstaunliche Beweglichkeit in der Stimmführung und ein rasches Reagieren bei den zahlreichen Tempowechseln.
Man erhielt nie den Eindruck, die Darbietungen seien von der Routine geprägt. Vielmehr konnte man einen von begeistertem Einsatz gekennzeichneten Gesang geniessen. Die. beiden Tenöre waren angesichts der weiblichen Übermacht nicht zu beneiden, während sich der Bassist dank seiner Stimmkraft gut behaupten konnte.
Gleich beim ersten Vortrag, einer Reverenz gegenüber Rossini, wurde klar ersichtlich, dass das Ensemble ein zügiges Tempo bevorzugte, angetrieben von einem starken Temperament. Mit dem "Intermezzo" aus der Mascagni-Oper "Cavalleria rusticana" genoss das Publikum ein populäres Thema. Die Komposition ist im Original für Orchester komponiert. Dem Arrangeur ist es gelungen, die eingängliche Melodie in einen klangvollen vierstimmigen Chorsatz zu kleiden. Der Purist mag Bedenken anmelden, wie übrigens auch noch bei anderen Programmteilen. Doch angesichts der Gesangsqualität und der Begeisterung im Publikum kann man ein Auge zudrücken.

Beschwingte Canzoni
Immerhin ist zu bemerken, dass eine "Registerarie", "Celeste Aida" oder "Nessun dormi" als Soloarie ungleich besser als in einer Chorversion zur Wirkung kommen. Sei dem, wie es wolle: Es folgten weitere Glanzlichter mit Partien aus der "Traviata", "Zar und Zimmermann", "Entführung aus dem Serail", "Carmen", dann auch beschwingte Canzoni.. Chor- und Solonummern wechselten sich ab, wobei besonders die erste Sopranistin mit ihrer Stimmfülle und souveränen Spitzentönen brillierte.
Einen höchst anspruchsvollen Nonstop-Einsatz hatte der Pianist Christoph Demannels zu verkraften. Mit flinken Fingern und grosser Routine zeigte er sich seiner Aufgabe gut gewachsen.
Das Konzert fand angesichts. des 30-Jahr-Jubiläums des Konzertkreises statt. Gemeinderätin Ursula Peterhans würdigte die Verdienste des Vereins, der 1974 sein erstes Konzert bei einem Eintritt von drei Franken organisierte. Nach dem Konzert, das mit Standing Ovations endete, kamen die Zuhörer in den Genuss eines Apéros.